Innere Sonne leuchtet …

… auch hinter Gittern.

IMGP0329_2000

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Verletztes Kind

Gerade eben hast du noch gelacht
Jetzt schaust du mich an wie verletztes Kind
Hast dich in der letzten halben Stunde in den hintersten Winkel deiner selbst verkrochen vor deinen Gedanken
Die so laut flüstern, dass selbst ich sie fast hören kann
Die dich so ausfüllen, dass deine Hülle zu zerplatzen droht (wie ein Luftballon)
Gleitest immer weiter weg von uns
Ich kann es sehen
Ich sehe die unsichtbaren Tränen, die die Nacht dir aufs Gesicht malt.
Ich höre die Anstrengung in deiner Stimme, wie du versuchst die Dämonen zu im Schach zu halten.
Ich fühle deinen Herzschlag, so unendlich weit entfernt, fast schon nicht mehr zu spüren.
Ich schmecke den Alkohol in deinem Blut, der dein Freund sein sollte heute Abend
Und der dich jetzt so hinterlistig an die Verzweiflung verrät, die unter dem Tisch lauert.

Und deine Augen sind schwarz von dem Gedanken an das Jetzt und das Gestern und das Morgen.

Wie ein verletztes Kind sitzt du da und jeder sieht, dass du ganz weit weg bist von all dem hier,dass du dich selbst wiederzufinden versuchst in dem Durcheinander in deinem Kopf
Dem Durcheinander aus Einsamkeit und Sorgen und Promille und Erwachsenseinmüssen (so jung)
In einer Welt, die dich nicht versteht und die du nicht verstehst (obwohl zumindest einer von euch sich anstrengt)
Und die dich heute Abend zwischen Menschen und Lampions und Gelächter so unheimlich traurig macht, dass du wohl weinen würdest
wenn da irgendwo noch Kraft in dir wäre

Und so weine ich für dich.
Ganz leise, innen drin
Und die Nacht malt uns unsichtbare Tränen aufs Gesicht.