Aufschrei

Hat man dir den Mund zugenäht, Kreuzstich, dreimal, dass du nicht sprichst? Nicht sagst, was deine Meinung ist, nicht preisgibst, wer du wirklich bist, nicht herausschreist, was dich stört, keine Lieder singst von dem, was du liebst?
Hat man deine Augen zugeklebt, die Lider mit Panzertape an die Wangen, dass du sie nicht öffnest und erblickst, was Recht und Unrecht ist und Realität? Dass du die Wunder verleugnest, die vor dir geschehen und die Sonne verabscheust, wenn sie dir Licht macht?
Hat man dir den Kopf fixiert in einem Schraubstock, dass du ihn niemals drehst und dorthin schaust, wohin es auch mal Mühe macht zu schauen?
Hat man dir Nase und Ohren verstopft, dass du den Gestank von Zerstörung und den Klang von Euphemismen nicht wahrnimmst, der dich umgibt, hat man dir die Zunge abgeschnitten, dass du nur schnappst wie ein sterbender Fisch und deine eigene Faulheit nicht schmeckst?
Hat man dir die Kehle geöffnet, dass du alles schluckst, was man dir vorsetzt, ohne den Gehalt zu hinterfragen?
Sind deine Hände gebunden, dass du sie so tatenlos herumliegen lässt, keine Mauern damit einreißt, keine Menschen damit tröstest, und sind deine Füße geknebelt, dass sie dich nirgends hintragen, wo es etwas anzupacken gibt?
Hat man dich kahl geschoren und deine Kleidung gestohlen, dass du dich so kleinmachst, dass nicht mal Ausreden dich noch glaubhaft wirken lassen? Hat man dir das Herz herausgeschnitten, dass es sich nicht für Dinge begeistert, und das Gehirn entnommen, dass du nicht mehr selbständig denkst, hat man dir deinen Willen geraubt, dass du dich so flügellahm unterordnest,
verdammt noch mal

hast du es denn nicht gemerkt?

Werbeanzeigen

14 Gedanken zu “Aufschrei

  1. Liebende aufschreiende Linn-Christin

    O ja ich habe Es bemerkt
    Darum bin ich im Bayerischen Rundfunk 2 in der Anrufersendung „Tagesgespräch“ gesperrt
    Diene der Kunst ohne Kleider als Aktmodell einer Zeichengruppe
    Erstelle hier täglich Erinnerungen Ermutigungen gefährliche Fragen Alternativen als Gedicht und Prosa
    Habe mir einen Pferdeschwanz zu wachsen erlaubt
    Und gelte als anstrengend bis gefährlich je nach dem abgehoben sonderbar
    Spielte zwei Jahre Theater „Gespräche mit Gott“ doch an den Schulen lehnten Sie Uns ab wegen
    der Evangelischen Weltanschauungsstelle ist der Autor Neal Donald Walsch nicht kirchengenehm
    abzulehnen
    Sokrates trug mittags eine Fackel über den Markt
    Pflegen Wir Sein Vermächtnis ungebrochen mit Unserem Herzblut
    Leuchtenden Mutes freudigen Glanz in den Augen

    danke
    Dir Joachim von Herzen

    Gefällt 2 Personen

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s