Zauber

Ein Mann fuhr des Nachts mit dem Boot hinaus
Weit draußen ließ er sich treiben und lauschte dem dem Schweigen der Nacht
Etwas Leuchtendes im Wasser ließ ihn aufblicken
Neugierig ruderte er hinzu, um nachzusehen, was es sei
Es war der Mond
Der rund und voll in den Wellen schaukelte
Und sie aussehen ließ wie flüssiges Silber.
Sterne waren auch vom Himmel gefallen
Nun trieben sie auf dem Wasser dahin
Der Mann saß in seinem Boot und staunte
Welch Zauber, dachte er
Und das Blau des Wassers verschwamm und mischte sich am Horizont mit dem Himmel.

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mitgenommen.

da lag einer rum. grad neulich, einfach so.
ist wohl umgefallen.
ich dachte mir, ich kann ihn doch nicht dort so liegen lassen
und hab ihn mitgenommen
und bei mir zu haus an die wand gehängt.
nicht besonders weit oben
auf posterhöhe ungefähr.
da hängt er nun und guckt.
kichert mit den sonnenstrahlen
tratscht ein bisschen mit van goghs “café terrace at night“
gibt seinen kommentar zur neusten errungenschaft in meiner teekannensammlung ab.
am liebsten schaut er mir beim ausschneiden der wörter aus zeitschriften zu.
dann glänzen seine augen, während er lautlos aus den wörtern sätze formt, die niemand versteht.
besser als da rumzuliegen, wo er umgefallen ist, ist es jedenfalls, denk ich mir
und schneide wörter aus zeitschriften aus.
und über mir, auf posterhöhe ungefähr, hängt jemand
und schaut mir zu.

 

Meine Schwester Mia

Das alles geschah eigentlich nur, weil meine kleine Schwester Mia plötzlich ein Baum werden wollte. Sie hat manchmal solche Einfälle.
„Hast du dir das auch gut überlegt?“, fragte Dad ernst.
„Das ist eine wichtige Entscheidung, Mia“, ergänzte Mum. Um ihre Mundwinkel zuckte es und dann lachten sie beide.
Aber Mia wollte. Sie wollte unbedingt. Ein Baum werden.
Trotz der anbrechenden Dunkelheit lief sie sofort in den Garten. Dort stellte sie sich mitten auf den Rasen Weiterlesen