Hund

Ich wünschte, ich könnte dir von dem Hund erzählen.
Dem traurigen, schwarzen Hund in mir.
Ich wünschte, ich könnte dir davon erzählen, wie er sich anpirscht, über Stunden und Tage
Wie er sich duckt und mit den Schatten läuft
(Ich kann ihn sehen aus dem Augenwinkel und er macht mir Angst, oh solche Angst)
Wie er mich anspringt zuletzt.
Ich wünschte, ich könnte dir sagen
Dass ich nicht deinetwegen weine
Nicht deinetwegen schweige
Nicht deinetwegen so weit weg bin
Dass es seine Schuld ist
Und nicht deine.

Und so liegen wir
und schweigen.

Ich wünschte, ich könnte dir erzählen, wie er sich breit macht in mir
Meinen Mut frisst
Meine Kraft verschlingt.
Ich wünschte, ich könnte beschreiben, wie er sich zu mir legt
Und mit treuen Hundeaugen zu mir aufschaut, in denen steht
Deine schuld
DEINE Schuld
DEINE EIGENE SCHULD
Ich wünschte, ich könnte es dir sagen
Doch wenn ich es versuche
Legt er mir die schwarze Pfote auf den Mund

Und so liegen wir
Und schweigen
Und wünschen
Bis du dich zur Wand drehst.

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6 Gedanken zu “Hund

  1. Traurige Linn-Kristin

    So erzähl
    Ich Dir von Meiner Katze
    Die Mäuse fängt
    Und grausamlos
    Verzückt mit Ihnen spielt
    Und ab und an
    Die Federn vor die Matte legt
    Gleich Wie hab Ich doch
    So schön gespielt
    Und nie ist Schuld
    In Ihrem Blick
    Doch Trauer
    Für Uns Menschenkinder
    Die glauben
    Einst den verbotenen Apfel
    Verbrecherisch gestohlen
    Und mit der Erbschuld
    Zum Tode verflucht
    In Sünde freudig leben wollen
    Ach Schuld
    Erbrechen muß Schneewittchen
    Das vergiftete Apfelstück
    Zu Ihrem Glück
    Verantwortung
    Die Frucht schmeckt süß
    Und frisch gesund
    Da streckt und reckt
    Die Katze Sich
    Gähnt ganz etspannt
    Und legt Sich schnurrend
    Mir in den Schoß

    danke
    Dir Joachim von Herzen und zu Unschuldslamm

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  2. Hat dies auf Leben im Wandel rebloggt und kommentierte:
    Das spricht mir aus der Seele.
    Wenn die Depression mich vereinnahmt, sich alles Fühlen, Wahrnehmen, Denken, Sein verändert und es kaum Worte gibt, jemandem das zu erklären, damit er die Distanz nicht als eine Distanz zu ihm persönlich versteht.
    Ich kann es selbst hier kaum ausdrücken. Der Text kann es besser.

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