nur so ähnlich wie heimkommen

es ist nur so ähnlich wie heimkommen. bonjour altes leben, ich sag den bäumen hallo
fotos zeigen, geschichten tauschen
in der dachbodenecke lebt noch das kinderspielzeug.
mich alt fühlen und es nicht sein, woran erinnert mich das gefühl … woran … achja
habe mich als kind in einen türrahmen gestellt, hände und füße fest an das glatte
holz, nicht drinnen und nicht draußen
damals genossen das gefühl zwischen zwei welten zu stehen
heute macht es mich einsam
streifen durch alte zimmer, die gedanken trotzdem beherrscht von alltag und
stadtlärm
nur kurz unterbrochen von erinnerungen zwischendurch
oma mit einem goldenen ring in der hand, ein lied am abend,
geburtstagsgeschenke …
trotz waldluft noch den asphaltgeruch in der nase.
aber ich bin hier und nicht dort, es sollte sich vertrauter anfühlen …
ich nehme den alten rosa teddy vom regal.
schnuppern
es riecht nach staub, nach zurückgelassen, nach weitergegangen
mit einem niesen zurück durch die tür in die sonne, die den flur in warmes licht
taucht.
bonjour altes leben
ich bin nur auf der durchreise
lass mich eine nacht bei dir verweilen
bis es weiter geht.

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zu viel.

hast auf die nacht gewartet
dass sie dich herausfordert
hast dich hübsch gemacht, hast alle sorgen weggetrunken
traum, wummern, bässe, vibrieren, schwebende lichter
alles tanzen, alles sich-hingeben mischt sich mit vergessen und wodka
und plötzlich kehrt sich alles um und dein herz zerfetzt sich selbst in winzige
stücke und dann kotzt dir die erinnerung auf die füße und dann schlägt dir die realität mitten ins gesicht, knallhart

hast auf die nacht gewartet
dass sie dich herausfordert
war vielleicht zu viel davon.

war vielleicht zu viel verkleidung, zu viel maskenball
zu viel für deine dünne hülle, wie willst du auch gedankenlos die welt vergessen,
wenn dich das leben so fickt und nachts um 3 nichts mehr da ist außer weinen im treppenhaus.

hast dich selbst herausgefordert.
war vielleicht zu viel davon.