Seifenblase

du und ich in einer Seifenblase, schillernd und spiegelnd, mit ganz wenig Platz und ganz viel nackter Haut
du und ich in einer Seifenblase, und die Luft ist hellblau und voller Musik (nicht die kitschige aus dem Radio, sondern eher so Liszt oder Bosse oder manchmal Punkrock)
du und ich in einer Seifenblase, und da ist niemand, der hineinpiekst mit kindlichen Fingerspitzen und sie platzen lässt, sodass nur Seifenschaum zurückbleibt und ein schaler Geschmack auf der Zunge und ein Gefühl wie ein bisschen enttäuscht
du und ich in einer Seifenblase, für ein paar Minuten Herzschläge Jahrtausende täglich

die Seife macht unsere Haut klebrig
das Glitzern der bunten Wände spiegelt sich in den Augen
wirft Reflexe auf die Haut

du und ich in einer Seifenblase
wabbeln und schweben irgendwie hindurch durch etwas, das mal Alltag war
schillernd und spiegelnd, mit ganz wenig Platz und ganz viel nackter Haut.

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Die Blume des kleinen Prinzen

Jeder kennt die Geschichten vom kleinen Prinzen und seiner Blume

Ich wachte eines Morgens auf und wusste, dass ich auch so eine Blume haben wollte.
Nicht mehr nur ein kleiner leerer Planet mit Sonnenuntergängen so viel man sich wünschen kann.

Ich wollte sie pflanzen, ich wollte ihren Samen schützen, ich wollte warten, bis ihr Spross sichtbar wurde, ich wollte sie pflegen, Tag und Nacht, ich wollte sie abgöttisch lieben. Ihre Schönheit bestaunen, ihre Widerspenstigkeit bewundern, ihre Sticheleien belächeln. Ihr einen Windschutz suchen, ihr ihre Wünsche erfüllen, vermutlich irgendwann ausflippen und ihr gehörig die Meinung geigen, sie trotzdem weiterhin unglaublich lieben.

Ich machte mich also auf die Suche nach einem Sonnenblumenkern, denn eine Sonnenblume sollte es werden.

Ich suche noch nach ihr. Ich warte noch auf sie. In meinen Träumen spreche ich mit ihr, wenn sie da steht, groß und stark, ihre leuchtenden Blütenblätter der Sonne entgegenstreckt, die hier auf der Erde nur alle 24 Stunden untergeht, also lange nicht so oft, wie man es bräuchte, um glücklich zu sein.

Ich sehe sie vor mir, zart und klein, an ihrem ersten Tag, ihrem ersten Sommer, ihrer ersten Blüte, ihrer ersten Winterruhe.

Ich hoffe, sie wird nicht einjährig sein.

Ich warte auf sie. Und wie der kleine Prinz werde ich sie abgöttisch lieben, mehr als mein Leben, mehr als mich selbst. Ich warte auf sie.

Danach

Es war Sturm.
Hat schrecklich gewütet und viel verwüstet.
Seit dem Morgen ist Stille eingekehrt
Die Schmerzen sind vergangen
Die Verwirrung hat sich verflüchtigt.

Eine kahle Ebene taucht aus dem Nebel
Ein paar Trümmer
Baumstümpfe
Keine Farben

Kein Vogel ist zu hören.
Auf einem Stein, ganz ruhig, sitzt ein Ich.
Sitzt nur da und ist.
Denkt nicht. Fühlt nicht. Sitzt nur. Wartet.

Unbeweglich wartet es
Dass die Zeit ihm
Die Sonne wiederbringe.

nachtgesichter

Es ist ja so plötzlich dunkel geworden!
nein, flüstert die nacht, ich war immer schon da

heute hat sie regen mitgebracht
die häuser schneiden sich gegenseitig grimassen
und spiegeln sich im bodennass
weiß der schuhladen
gelb der bäcker
flimmernd das casino

tropfen knistern auf schirme
die die dunkelheit entfärbt hat
und warten nicht, bis du ihre gewisperten worte
entschlüsselt hast
hastig nehmen sie dein fragen und deine warmen füße
und kicherglitzern weiter

stadtnacht nachtstadt
wie schwestern flüstern die beiden dir ins ohr

jenseits von menschen und sonne
tropfen geschichten auf den stein.

Mord

Schäfchen zählen jede Nacht
Irgendwann färbt sich der Himmel blutrot
Wer zur Hölle schlachtet meine Schäfchen ab?

Ein Teufel in mir
Der sich noch ins Fäustchen lacht

Und dann sein dunkles Werk beginnt
Und jeden Gedanken vergiftet.

Ein Irrtum 

Was kannst du mir schon zeigen
Außer den Sternen am Himmel
Den Spiegelungen im Wasser
Und den Gedankenbildern deiner Vergangenheit

Was kannst du mir schon zeigen
Außer leben und küssen und lachen und reden
Und mich verlieren in dir

Was kannst du mir schon tun
Außer mich in Fernen zu entführen
Und mich dort allein zu lassen
Ganz weit fort
Von mir

Ich hätte es wissen müssen
Doch ich dachte mir wohl
Was kannst du mir schon tun.

Wunder

Ich kann nicht aufhören dich anzusehen.
Gott mag sich viel merkwürdiges gedacht haben
Aber du warst ein guter Gedanke.
Ich seh dich lachen
Ich seh dich reden
Ich seh dich denken
Ich seh dich lächeln
Und es ist ein Wunder
Dass es dich gibt
Und dass du hier bist
Bei mir.

Und wenn du fort gehst
Wirst du mir bleiben
Mit deinem Zwinkern
Deinem Lachen
Deinen Bewegungen
Deinen Geschichten.
Mit allem was du bist
Machst du mir klar
Dass leben schön ist.